Der Basset Hound - ein Rasseportrait
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Die melodischen Stimmen der Basset-Hound-Meute klingen tief und beruhigend. Neugierig drängen
sich die zwei- und dreifarbigen Vierbeiner am Zaun. Jeder der freundlichen Hunde möchte die fremden Besucher persönlich
begrüßen. Da wird gedrängelt und geschubst; einige Basset Hound stellen sich auf die stabilen Hinterbeine
und strecken den streichelnden Händen neugierig ihren Kopf entgegen.
Der 14-jährige Rüde "Grasshoppers Emerson Fittibaldi" hält sich ein wenig im
Hintergrund und beobachtet die Situation aus angemessener Ferne. Er wartet geduldig ab, bis sich die allgemeine Aufregung gelegt hat, dann
kommt auch er an den Zaun, um den Besuch zu begrüßen.
"Emerson war seit jeher der Chef der Hundemeute. Jetzt ist er alt, aber er genießt es noch immer, inmitten der anderen Hunde zu leben
und behauptet nach wie vor seine Stellung", berichtet Ute Wackermann, die seit 1983 Basset-Hounds züchtet und ihren wunderschönen
niederrheinischen Bauernhof voll und ganz auf die Bedürfnisse ihrer Hunde ausgelegt hat. Wer die Basset-Hounds der
sympathischen Züchterin besucht, wird innerhalb weniger Minuten sämtliche hartnäckig kursierenden Gerüchte über Basset-Hounds
revidieren: Keine Spur von Trägheit oder gar Stumpfsinnigkeit... - Die attraktiven Meutenhunde verfügen über Temperament, Kondition
und eine überraschende Bewegungsfreude.
Offensichtlich hat sich innerhalb der Basset-Hound-Zucht eine Menge getan. Die Hunde seriöser Züchter haben nicht mehr viel mit dem
krankgezüchteten Modehund der 70er gemein. Verantwortungsvolle Züchter setzen auf einen gemäßigten Typ, dessen
Gesundheit der anderer Rassen angeblich in nichts nachsteht.
Anfänge der Zucht Die französischen Niederläufer Basset Artesien Normand und Basset Bleu de Gascogne gellten als direkte
Vorfahren des englischen Basset Hounds. In Frankreich kam es häufig zu einer Verschmelzung beider Rassen; der Basset
Artesien Normand soll die Entstehung der Rasse Basset Hound besonders stark geprägt haben.
Comte de Tournow gilt als erster Exporteur der Rasse. Er soll im Jahre 1866 die beiden "Basset" und "Belle" an den
Engländer Lord Galway gesandt haben. Ein aus der Verpaarung beider Tiere hervorgegangener Wurf ging in den Besitz
Lord Onslows über, der sich aber nur für kurze Zeit einer gezielten Zucht widmete.
In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts zog der Basset Artesien Normand erneut das Interesse eines hundeinteressierten Engländers auf sich:
Everett Millais war einer der ersten Basset-Liebhaber, die französische Niederlaufhunde mit dem Ziel importierten, ihren Typ zu verbessern.
Der "Lane-Typ" und die "Couteulx-Linie" In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es in Frankreich zwei
Edelmänner, die das Zuchtgeschehen um den Basset Artesien Normand maßgeblich mitbestimmten: den Comte le Couteulx de Canteleu und
Louis Lane vom Château de Frangueville in der Nähe von Rouen.
Allerdings verfolgten beide völlig unterschiedliche Zuchtrichtungen: Die Hunde des "Lane-Typs" erfreuten sich in
Frankreich größter Beliebtheit, weil sie angeblich reinrassiger und einheitlicher waren als die Bassets des Comte le Couteulx de Canteleu.
Der "Lane-Typ" bestand ausschließlich aus Hunden der Farben lemon-and-white und gray-and-white. Ihr Körperbau war ausgesprochen
schwer und niederläufig. Auch die jambes troses, gekrümmte Vorderbeine, galten als Charakteristikum der "Lane-Hunde".
Die Niederläufer des Comte le Couteulx de Canteleu setzten sich allem Anschein nach aus sehr unterschiedlichen Typen zusammen.
Nachweislich gab es mindestens zwei grundverschiedene Varianten: Einen großen, schwerknochigen und niederläufigen Typ, mit
rauhem Fell in den Farben red-and-white oder tricolor und einen leichteren (vermutlich unter Beagle-Einfluß stehenden) Hundetyp, mit kurzem
feinen Haarkleid und nicht sehr deutlich ausgeprägten Farben in den Varianten tricolor oder "very pale red-and-white" (blassrot und weiß).
Everett Millais Die eigentliche Geschichte des Basset-Hounds beginnt mit dem Besuch einer Hundeausstellung: Everett Millais besuchte im
Rahmen einer Frankreich-Reise eine berühmte Hundeausstellung im Jardin dAcclimatation, um sich Dachshunde anzusehen. Als er plötzlich
einige Bassets Artesien Normand entdeckte, war es um den Hundekenner geschehen. "Sie sind viel hübscher als Dachshunde und haben einen weichen Blick.",
schwärmte der Engländer und fasste den Beschluß, einen der Hunde zu erwerben. Seine Wahl fiel auf den aus der Couteulx-Linie stammenden Rüden
"Model". Der zweite ausgestellte Hund, der Rüde "Fino de Paris" wurde zu einem späteren Zeitpunkt von George Krehl
erworben. "Model" und "Fino de Paris" gelten als Basis der gesamten Basset-Hound-Zucht.
Die ersten Ausstellungen Eigentlich interessierte sich Everett Millais nicht sonderlich für den Ausstellungszirkus seines Heimatlandes. Dennoch
entschloß er sich 1875 dazu, "Model" in der Wolverhampton Dog Show zu präsentieren und kurz darauf konnte man den Basset auch in der
berühmten Crystal Palace Show bewundern. Das Fachpublikum war begeistert. Unter den Bewunderern befand sich Lord Onslow, der von Tag an erneut eine
maßgebliche Rolle innerhalb der Basset-Hound-Zucht spielen sollte. 1877 importierte Onslow drei weitere Bassets aus dem Zwinger des Comte le Couteulx. Er
kreuzte die Hündin "Finette" mit Millais Rüden "Model" und erhielt zwei wundervolle Welpen mit den Namen
"Proctor" und "Garenne".
Stillstand der Zucht Drei Jahre später setzte ein vorübergehender Stillstand der Zucht ein: Millais wanderte aus gesundheitlichen
Gründen nach Australien aus und Lord Onslow schien das Interesse an der Weiterzucht erneut verloren zu haben. Der gesamte Hundebestand wurde unter
Liebhabern aufgeteilt. 1884 kehrte Millais aus Australien zurück und entdeckte, dass sein alter Rüde "Model" immer noch gesund und
fortpflanzungsfähig war. Er verpaarte den Rüden mit dessen Urenkelin "Finette II.". Kurz darauf erblickten die typvollen,
tricolorfarbenen Welpen "Kini", "Lady Dollie" und "Lady Daisy" das Licht der Welt.
Gründung des Basset-Hound-Club 1884 erfolgte die Gründung des Basset-Hound-Clubs. Comte le Couteulx de Canteleu, Lord Onslow, Lord Galway,
Everett Millais und Geroge Krehl gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Auch Prinzessin Alexandra (nach der Hochzeit mit
King Edward VII. Königin Alexandra) trat dem Club bei.
1886, zwölf Jahre nach dem Import des Basset-Rüden "Model", wurden 120 Basset-Hounds in der Dachshund und Basset Show in London präsentiert.
Everett Millais fungierte als Richter. Die hohe Anzahl der vorgestellten Hunde war einerseits sicherlich als Erfolg zu werten, andererseits zeigten sich die
ersten durch exzessive Inzucht verursachten Mängel: Viel Exemplare ließen die gewünschte Knochenstärke vermissen. Züchter vermeldeten
gehäuft Unfruchtbarkeit und schwere Geburten. Auch Wesensprobleme traten in Erscheinung. George Johnson bezeichnete dieses Phänomen als "mental
instability" (mentale Labilität). Millais verkaufte einen von ihm selbst gezogenen Rüden, der von seinem neuen Besitzer, Dr. Clifford
Allbutt, als "canine idiot" bezeichnet wurde. Die Zucht schien in großer Gefahr.
Bloodhound Millais begriff rechtzeitig, dass die Rasse Basset Hound zunehmend schwere Mängel aufwies und entschloß sich, einen Bloodhound
einzukreuzen, um seiner Lieblingsrasse neue Substanz zu verleihen. Zuvor hatte er bereits versucht, Basset Hounds mit Beagles zu kreuzen -
jedoch ohne zufriedenstellende Ergebnisse.
Die Einkreuzung des Bloodhounds sollte die Degeneration das Basset Hounds aufhalten: "Ich benutze den Bloodhound als Mittel, um frisches Blut in die von
Degeneration betroffene Basset-Hound-Zucht zu bringen. Diese Verpaarung ist sinnvoller, als die Einkreuzung einer Vielzahl französischer Bassets,
die von minderwertiger Größe und schlechtem Typ sind.", deklarierte Millais. Mit diesem Experiment ebnete Millais den Weg zur modernen
Basset-Hound-Zucht.
Künstliche Besamung Millais beschloss, den Basset-Hound-Rüden "Nicholas" mit der Bloodhound-Hündin
"Inoculation" zu verpaaren. Da sich die Tiere physisch derartig stark voneinander unterscheiden, dass sich ein natürlicher Deckakt
als schier unmöglich erwies, griff Millais zu einer Methode, die zur damaligen Zeit äußerst spektakulär war: Er vollzog eine künstliche
Besamung. "Inoculation" brachte zwölf Welpen zur Welt, Leider verstarb sie kurz nach der Geburt und auch fünf ihrer Welpen kamen nicht durch.
Drei der Welpen "Ada", "Rickey" und "Cromwell", wurden wiederum mit typvollen Basset-Hounds verpaart und verhalfen
der gesamten Zucht zu Welpen, deren Qualität sich durchaus mit "Fino de Paris" und "Model" vergleichen ließ. Obwohl Millais offiziell vom
Import französischer Bassets abriet, importierte George Musson of Liverpool, ein überaus prominentes Mitglied des Basset-Hound-Clubs, in
den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts, mehrere französische Niederläufer. Die Tiere verfügten über einen kräftigen Knochenbau
und eine gute Substanz. Bereits um die Jahrhundertwende war klar, dass die Einkerbung frischen französischen Blutes der englischen Basset-Hound-Zucht zugute kam. Die
Rasse gewann zunehmend an Popularität.
Ein exzellenter Jagdhund Nachdem die Rasse wieder an Gesundheit und Mobilität gewonnen hatte, entdeckte man die jagdlichen Fähigkeiten des
Basset-Hounds. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es in England drei Basset-Hound-Meuten, die regelmäßig zur Jagd eingesetzt wurden. Die berühmteste
Meute war das Walhampton Pack, die sich in Besitz von Gorfrey und Geoffrey Heseltine befand. Die ersten Basset-Hounds, die in den frühen 20er Jahren nach Amerika importiert
wurden, stammten aus den Walhampton Pack. Die Hunde der Heseltines trugen einen Triumph nach dem anderen heim: Sie galten als fähige
Jagdhunde und siegten auf allen Ausstellungen. "Walhampton Andrew" war der erste von vielen Walhampton-Champions.
Das 20. Jahrhundert Die beiden Weltkriege wirkten sich lähmend auf die gesamte Basset-Hound-Zucht aus. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg war wieder von
einem gezielten Zuchtgeschehen zu sprechen. Zu dieser Zeit machte in England der Zwinger "Grims" von sich reden. Mrs. Keevils Zwinger gilt heute
als Grundlage der gesamten englischen Basset-Hound-Zucht.
In Deutschland ließ der erste offizielle Wurf noch bis zur zweiten Hälfte der 50er Jahre auf sich warten. Er fiel in Mitzel Droemonts Zwinger
"vom Herzogtum Jülich". 1967 erfolgte die Gründung des "Basset-Hound-Club von Deutschland e.V. (VDH)". In den 70er Jahren vollzog sich
eine bedenkliche Entwicklung: Der Basset Hound avancierte zum Modehund und unterlag dem Einfluss skrupelloser Vermehrer, die eine große Anzahl
der begehrten Rassehunde "produzierten", ohne dabei die Gesundheit der Hunde im Auge zu behalten. Wachstumsprobleme, Augenkrankheiten und
eine Vielzahl weiterer Defekte brachten die Rasse zurecht in Verruf. "Viele, der kursierenden Gerüchte, stammen aus dieser Zeit" erklärt
Udo Kohlscheen vom Verein "Basset-Hound-Freunde von Deutschland e.V. (VDH)".
Gibt es gesundheitliche Probleme ? "Noch immer glauben viele Leute, Basset Hounds seien eine kranke Rasse. Es wird behauptet, die Hunde litten permanent an
Bindehautentzündungen, Bandscheibenproblemen und anderen rassespezifischen Defekten. Dabei achten seriöse Züchter heutzutage darauf, dass die
Ausprägung des hängenden Augenlids und die Hautbefaltung nicht übertrieben sind. Wir legen auch Wert darauf, dass unsere Hunde kein zu hohes
Gewicht auf die Waage bringen. Ein Basset Hound von über 40 Kilogramm neigt nun einmal eher zu gesundheitlichen Problemen, als ein Tier, dessen
Körpergröße und -gewicht in Proportion stehen", versichert Ute Wackermann, die bei ihren Hunden keine Häufung gesundheitlicher Probleme
verzeichnen konnte. Seit Anfang der 90er Jahre sei eine deutliche Qualitätsveresserung der Rasse zu beobachten. "Das ist nicht zuletzt auch dem
Einfluss amerikanischer Blutlinien zu verdanken. In den USA legt man großen Wert auf belastbare gesunde Basset Hounds, die gute Leistungen im
Feld zeigen", betont Kohlscheen. Der American Kennel Club (AKC) führt regelmäßig Field Trials für Basset Hounds durch.
Wesen Basset Hounds haben ein überaus liebenswertes Wesen. Sie wirken gelassen, sind überaus anhänglich und niemals aggressiv oder ängstlich.
Die charmanten Niederläufer gelten als ausgesprochen zuverlässig, anpassungsfähig und gutmütig. Sie lieben den engen Kontakt zu ihrer
Familie und erweisen sich auch Kindern gegenüber als geduldig und tolerant.
Das eigensinnige Wesen der Basset Hounds erfordert eine konsequente Erziehung. Der selbstbewußte Vierbeiner muss von klein auf
lernen, wo seine Grenzen sind. "Es heißt immer, Basset Hounds seien schwer erziehbar. Ich weiß allerdings, dass Verständnis und Einfühlungsvermögen
die besten Voraussetzungen sind, um auch einen Basset Hound zu erziehen", verrät Ute Wackermann.
Da Basset Hounds eigentlich Meutenhunde sind, schätzen sie den Kontakt zu Artgenossen. Das Zusammenleben mit mehreren Basset Hounds kommt ihren natürlichen Bedürfnissen
entgegen. Dennoch ist es auch denkbar, einen Basset Hound als Einzeltier zu halten. Dann sollte jedoch gewährleistet sein, dass der Hund
nie lang allein ist. "Basset Hounds sind nicht gern allein. Sie sollten nicht länger als zwei bis vier Stunden sich selbst überlassen
bleiben und möglichst - abgesehen vom engen Familienanschluß - auch einen Garten zur Verfügung haben", rät Kohlscheen.
"Ein Basset Hound folgt seinem Besitzer auf Schritt und Tritt. Die Hunde verabscheuen geschlossene Türen und wollen am liebsten immer
bei ihrer Bezugsperson sein. Mit einem Basset Hound ist man nie mehr allein", lacht Ute Wackermann.
Besondere Fähigkeiten Basset Hounds sind aus alten Jagdhunde-Linien hervorgegangene Laufhunde, die für
die Meutenhaltung prädestiniert sind. Sie verfügen über einen ausgezeichneten Spürsinn und zeichnen sich durch eine bedächtige, spurtreue
Nachsuche aus. Selbst im dichtesten Dickicht stellen sie ihre jagdlichen Fähigkeiten unter Beweis. Für Nicht-Jäger kann ein Hund mit einem
ausgeprägten Jagdtrieb ein Problem darstellen. Nimmt der Vierbeiner mit dem sensiblen Näschen eine Spur auf, besteht die Gefahr, dass er sie begeistert verfolgt und sich
wenig um die Kommandos seines Besitzers kümmert. Unter Umständen verschwindet der Hund im Dickicht und taucht erst nach Tagen wieder auf.
"Man muss einen Basset zwar nicht prinzipiell an der Leine führen, aber auf jeden Fall sollte man seinen Hund während des
Spazierganges genau im Auge behalten," rät Kohlscheen.
Standard Heute präsentiert sich der Basset-Hound als kräftiger, niederläufiger Hund, der nach Gewicht und Knochenstärke zu den mittelgroßen
Hunderassen zählt. Der Körperbau sollte Substanz vermitteln und ausgewogen sowie voller Qualität sein. Lose Haut ist erwünscht. Die lose
Kopfhaut und die langen Ohren betonen den rassetypischen melancholischen Gesichtsausdruck, der von Liebhabern der Rasse so geschätzt wird.
Kopf und Schädel Der Schädel des Basset Hounds sitzt auf einem muskulösen, gut gebogenen und ziemlich langen Hals, der eine ausgeprägte, aber
nicht übertriebene Wamme zeigt. Der Kopf ist gewölbt und verfügt über einen leichten Stopp. Im Bereich der Brauen ist der Schädel von mittlerer
Breite; zum Fang hin verjüngt er sich geringfügig. Der Fang wirkt trocken und keinesfalls spitz. Der Nasenrücken verläuft praktisch parallel zur
Linie des Schädels und ist nur geringfügig länger, als der Abstand zwischen Stopp und Hinterhauptbein.
Stirn und Wangen dürfen eine mäßige Faltenbildung zeigen. Die Kopfhaut sollte lose sein und sich deutlich runzeln, wenn der Hund den
Kopf senkt oder man sie nach vorn zieht. Die Lefzen der Oberlippe überlappen deutlich die Unterlippe. Die Nase ist in der Regel schwarz.
Bei hellfarbigen Hunden darf sie allerdings auch braun oder lederfarben sein. Die Nasenlöcher sind gut geöffnet und dürfen getrost ein wenig
über die Lefzen hervortreten. Die Augen sind rautenförmig und sollten weder hervortreten, noch zu tief eingebettet sein. Im Normalfall sind sie dunkel.
Bei hellen Hunden gibt es jedoch verschiedene Töne bis hin zu mittelbraun. Helle oder gelbe Augen sind höchst unerwünscht. Der
Augenausdruck wirkt ruhig und ernst. Das Rot der Nickhaut ist sichtbar, jedoch nicht übermäßig deutlich.
Der Behang ist tief und genau unterhalb der Augenlinie angesetzt. Er ist von guter, jedoch nicht übertriebener Länge. Im Idealfall reicht
er gut bis zur Spitze des Fangs. Der Behang ist in der vollen Länge schmal und gut nach innen eingerollt. Er ist sehr geschmeidig, fein und samtartig.
Basset Hounds haben kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scheerengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe
ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.
Körperbau Der Körper des Basset Hounds ist lang und tief. Die durchschnittliche Widerristhöhe beträgt 33 bis 38 cm. Das ideale Gewicht liegt
bei 30-32 Kilogramm (Rüden) und 25-28 Kilogramm (Hündinnen). Der Standard wünscht ein ausgeprägtes Brustbein und eine weder zu schmale, noch
unverhältnismäßig tiefe Brust. Die Rippen sind gut gerundet und gut gewölbt. Sie wichen weit zurück ohne jedoch
deformiert zu sein. Der Rücken ist relativ breit und gerade. Widerrist und Hüftbein sind ungefähr auf gleicher Höhe, obwohl die Lendenpartie
leicht gebogen sein darf. Der Rücken sollte zwischen Widerrist und Hüfte keinesfalls übertrieben lang wirken.
Die Rute ist gut angesetzt und ziemlich kräftig. Am Ansatz ist sie sehr breit; dann verjüngt sie sich zur Spitze hin. An der Unterseite der Rute
befindet sich ein wenig Rauhaar. In der Bewegung wird die Rute aufrecht in einem leicht säbelförmigen Bogen getragen. Auf keinen Fall sollte sie
eingerollt oder überzogen werden.
Vorhand Die Schulterblätter sind gut schräg zurückliegend. Die Schulter darf nicht schwer wirken. Die kurzen kräftigen Vorderläufe zeigen
starke Knochen. Die Ellenbogen sollten weder einwärts noch auswärts gedreht sein, sondern dicht an den Körperseiten anliegen.
Der obere Teil des Unterarms ist leicht unter den Körper gestellt, ohne dabei den freien Bewegungsablauf zu behindern oder eine Berührung
der Läufe im Stand oder in der Bewegung zu verursachen. Von vorn betrachtet, passt die Vorbrust in die von den Unterarmen gebildete
Beuge. überknöcheln ist unerwünscht. Am Vordermittelfuß befinden sich Hautfalten.
Hinterhand Die gut gewinkelte Hinterhand ist sehr muskulös und ausgeprägt. Von hinten betrachtet, wirkt sie fast kugelförmig. Die
Sprunggelenke sind tiefstehend; der Hintermittelfuß ist leicht unterstellt, darf jedoch weder nach innen noch nach außen gedreht
sein. Auch der Hintermittelfuß kann Faltenbildung zeigen. Im hinteren Teil des Sprunggelenks kann eine kleine, aus loser Haut gebildete Tasche zu sehen sein.
Pfoten Die Pfoten des Basset-Hounds sind massig und gut aufgeknöchelt. Sie verfügen über dicke Ballen. Die Vorderpfoten zeigen entweder
gerade nach vorn oder sind leicht nach außen gedreht. Das Körpergewicht wird gleichmäßig auf die Zehen und die Ballen verteilt. Das
Trittsiegel der Pfoten vermittelt den Eindruck, es handele sich um einen großen Hund.
Gangart Ein korrekter Bewegungsablauf ist von größter Bedeutung für die Rasse Basset Hound: Der Standard wünscht einen weich fließenden
Bewegungsablauf, mit einem weit ausgereiften Vortritt und kraftvollem Schub. Die Knie- und Sprunggelenke sollten in der Bewegung niemals steif wirken. Die
Zehen dürfen keinesfalls über den Boden schleifen.
Haarkleid und Farbe Basset Hounds haben glattes, kurzes, dichtes Haarkleid, das keinesfalls fein sein sollte. Die Umrisslinien sind glatt und ohne
Befederung. Langes, weiches Haar mit Befederung ist in höchstem Maße unerwünscht. Grundsätzlich unterscheidet man
bei Basset Hounds drei Farbschläge: dreifarbig (schwarz-braun-weiß); mit geschlossener roter Decke (Rotmantel) und
hellrot mit weiß. In der Regel sind Basset Hounds dreifarbig oder zweifarbig. Allerdings ist jede andere Laufhundfarbe zulässig. |